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Güggeli-Grill

Jan. 20, 2012
Hi Partipipel

Eigentlich hatten wir ja schon alles. Angefangen bei den stadtbild-prägenden Bratwurst- und Hot Dog-Ständen, über Hamburger Fast-Food Ketten bis hin zu den völkerverbindenden Döner-Buden. Alles gut, praktisch, lecker. Irgendwann erwachte dann aber auch der Schweizer Erfindergeist und besann sich auf die heimischen Produkte. Und schon gab es den ersten mobilen Güggeli-Grill.

Das war so ungefähr vor 10 Jahren, als zum ersten Mal diese mobilen Güggeli-Grill am Strassenrand auftauchten. Damals war es ein Geheimtipp. Die Information wann und wo das nächste Mal so eine Pouletschleuder seinen feinen Bratenduft verbreiteten würde, war ungefähr soviel Wert wie ein Insidertipp beim Börsengeschäft. Damals sind wir meilenweit durch die Dörfer gefahren bis wir endlich vor der mobilen Güggeli-Braterei inmitten von Verkehrslärm, Abgasen, Dreck und Spritzwasser stehen durften und uns ein goldbraun gegrilltes Güggeli mit dem obligatorischen Sack Pommes-Chips kaufen konnten. Ob es frisch war hat sich dann erst zuhause herausgestellt. Vielleicht war es auch eines vom Vortag und ungefähr so knackig wie ein Gipfeli von gestern.

Güggeli-Grill

Heute regen mich die mobilen Güggeli-Grill nur noch auf. Schon längst ist es kein Geheimtipp mehr. Diese mobilen Güggeli-Grill geben sich 7 Tage die Woche die Klinke resp. das Bratfett in die Hand. Jedes Dorf hat mindestens einen von diesen fahrbaren Güggelifriedhöfen. An 7 Tagen die Woche immer das selbe Bild: Ein Tag steht dort Natura Güggeli, am nächsten Tag Güggeli Express, dann Mustafas Chicken-Mobil, Saifas Güggeli Take Away, Güggeli-Blitz usw. und dann fängt's wieder von vorne an, wenn nicht gerade einer von den Grilleuren an Salmonellen erkrankt ist.

Das ist sicher ein harter und ehrenwerter Job. Ich gratuliere jedem, der dieses unternehmerische Risiko auf sich nimmt. Aber zu verdienen ist da wohl nicht mehr viel. Der Lieferwagen ist riesig, die Grille noch riesiger, aber ich sehe immer nur 5-7 traurig vor sich hin schmorende Zwerghühner an den Spiessen. Der einmalige Franchising-Betrag kostet auch noch Fr. 10'000.--. Von den Unterhaltskosten redet eh niemand. Da kann kein Geld mit zu verdienen sein. Und wenn ich dann an Heilig Abend am Kreisel der Konsumbäckerei so einen traurigen Güggeli-Grill stehen sehe, dann vergeht mir der Appetit vollends.

ELEVEN - Immer frisch und knackig!

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